Warum ...? Für Kinder

Fata Morgana für Kinder erklärt: Warum flimmert die Luft im Sommer?

Wenn die Luft im Sommer über der Straße flimmert, sieht es aus wie Wasser. Aber da ist gar keins! Was passiert da?

Stell dir vor, es ist Hochsommer. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel und heizt den Boden richtig auf. Wenn du jetzt deinen Blick ganz weit in die Ferne schweifen lässt – zum Beispiel über eine lange Asphaltstraße oder ein weites Feld –, bemerkst du vielleicht etwas Seltsames.

Die Luft ganz hinten am Horizont steht nicht still. Sie flimmert. Alles, was sich dahinter befindet, sieht plötzlich unscharf aus und scheint leicht hin und her zu wackeln, als würde die Welt tanzen.

Aber wie kann Luft tanzen? Luft ist doch unsichtbar! Um dieses Rätsel zu lösen, müssen wir uns ansehen, was genau passiert, wenn der Boden glühend heiß wird.

Das Geheimnis der aufsteigenden Luft

Der dunkle Asphalt oder der trockene Sand saugen die heißen Sonnenstrahlen regelrecht auf. Der Boden wird wie eine Herdplatte so heiß, dass man fast ein Spiegelei darauf braten könnte. Wie eine riesige Heizung wärmt dieser Boden nun die unsichtbare Luft auf, die direkt über ihm liegt.

Jetzt passiert in der Natur etwas Spannendes: Heiße Luft ist viel leichter als kalte Luft. Deshalb will die heiße Luft vom Boden sofort nach oben steigen – genau wie ein unsichtbarer Heißluftballon! Gleichzeitig sinkt kühlere, schwerere Luft von oben nach unten, um den Platz aufzufüllen. Die heißen und kalten Luftschichten vermischen sich und wirbeln wild durcheinander.

Der große Licht-Trick: Wie die Natur unsere Augen foppt

Dass die Luftschichten durcheinanderwirbeln, würden wir normalerweise gar nicht bemerken. Doch jetzt kommt das Sonnenlicht ins Spiel.

Damit wir Dinge sehen können, muss das Licht in unsere Augen fallen. Normalerweise reisen diese Lichtstrahlen schnurgerade durch die Luft. Aber wenn das Licht plötzlich durch diese wirbelnden Schichten aus heißer und kalter Luft fliegen muss, stolpert es. Die Lichtstrahlen werden abgebremst und buchstäblich hin und her verbogen. Das nennt man in der Forschersprache Lichtbrechung.

Weil das Licht durch die tanzende Luft ständig abgelenkt wird, bevor es in unser Auge trifft, sieht für uns alles in der Ferne wackelig aus.

Die verrückte optische Täuschung

Manchmal ist dieser Licht-Trick so stark, dass eine echte optische Täuschung entsteht. Hast du schon mal im Auto gesessen, auf eine lange, heiße Straße geschaut und ganz weit vorne eine große Wasserpfütze gesehen? Doch wenn ihr näher herangefahren seid, war die Straße plötzlich staubtrocken. Das Wasser war einfach verschwunden!

Dieses Phänomen nennen Forscher Fata Morgana.

Am Abend, wenn die Sonne untergeht und der Erdboden langsam wieder abkühlt, hört das Flimmern ganz von alleine auf. Die Lichtstrahlen können wieder geradeaus fliegen und die Luft steht still. Aber beim nächsten heißen Sommer-Ausflug weißt du jetzt als echter Naturforscher genau, warum die Welt am Horizont manchmal wackelt.

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